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Persönlicher Schutz

 

PGP | 9. Juni 2018

So klappt’s mit dem UV-Schutz

Wenn ab dem Frühsommer die Sonne stärker wird, sind Beschäftigte, die einen Großteil ihres Arbeitsalltags im Freien verbringen, regelmäßig intensiver UV-Strahlung ­ausgesetzt. Dadurch steigt das Risiko dieser Outdoor-Worker, an weißem Hautkrebs zu erkranken. UV-Schutz ist daher sehr wichtig: Wie sich die Prävention erfolgreich in der Praxis umsetzen lässt, zeigt das Beispiel des mittelständischen ­Unternehmens Scheven, einem Systemanbieter in der ­Wasserwirtschaft.

Etwa 2,7 Millionen Deutsche arbeiten im Freien und sind der Sonnenstrahlung ausgesetzt. Besonders sensible Stellen sind die Nase, Ohren und Unterlippe, aber auch Nacken und Hände. © auremar / Fotolia

Viele Mitarbeiter der Firma Scheven sind den ganzen Tag an der frischen Luft. Das mittelständische Unternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Erk­rath ist in der Wasserwirtschaft tätig. Von den 200 Angestellten sind 150 klassische Outdoor-Worker. Hinzu kommen rund 50 weitere Beschäftigte, die in der Verwaltung, als Konstrukteure, CAD-Zeichner und Ingenieure arbeiten. Scheven übernimmt für kommunale Auftraggeber den Rohrleitungsbau für Gas, Wasser und Fernwärme sowie den Kabelbau. Dazu reißen die Mitarbeiter Straßen auf, um diverse Leitungen zu legen, erneuern oder auszutauschen. Weitere Tätigkeitsfelder sind der industrielle Rohrleitungsbau mit Industriesanierung, der Pipelinebau mit dem Bau von Dükern, Stationen und Tankanlagen, der Anlagenbau für Wasserwerke und Pumpwerke, die Edelstahlverarbeitung für den Bau von Wasserspeichern und Industriewannen sowie die Kanalisation und Sanierung von Entwässerungsnetzen.
»Unsere Mitarbeiter sind uns sehr wichtig, deswegen genießt das Thema Arbeitsschutz höchste Priorität bei uns«, sagt Andreas Käfer, Sicherheitsfachkraft bei Scheven.
Bei ihrer Arbeit sind die Beschäftigten vielfältigen Gefährdungen ausgesetzt: Sicherheitsschuhe gehören deswegen genauso zur Standardausrüstung wie Kopfschutz und Handschutz. Je nach Einsatzbereich kommt Schutzkleidung hinzu – zum Beispiel flammhemmende Kleidung bei Tätigkeiten in der Industriesanierung oder Warnschutzkleidung im Straßenbau. Und, nicht zu vergessen: der Hautschutz. Dazu gehören nach dem Drei-Säulen-Modell der Hautschutz vor der Arbeit, die Reinigung während und die Hautpflege nach der Arbeit. In der sonnigen Jahreszeit, ist vor allem das Thema UV-Schutz sehr wichtig, denn die schädlichen UV-Strahlen können weißen Hautkrebs auslösen. Seit 2015 können der weiße Hautkrebs und seine Vorstufen als Berufskrankheit anerkannt werden und zählen seither zu den häufigsten Berufskrankheiten.

Die Haut vergisst nicht

Wie rund 2,7 Millionen andere Outdoor-Worker in Deutschland, sind die Beschäftigten von Scheven bei ihrer Arbeit oft stundenlang der Sonne ausgesetzt. Dadurch haben sie ein besonders hohes Risiko an weißem Hautkrebs zu erkranken. Denn wenn die Haut dauerhaft den UV-Strahlen der Sonne ausgesetzt ist, können Krebszellen entstehen. Dass die Scheven-Mitarbeiter zu den besonders gefährdeten Berufsgruppen gehören, zeigte auch eine Studie der BG Bau, an der das Unternehmen teilnahm. »Die Haut vergisst die Sonnenbelastung nicht, und irgendwann versagt der Reparaturmechanismus«, erklärt Walter Hümpfner, Hautschutz-Experte bei Peter Greven Physioderm (PGP) in Euskirchen, einem der führenden Hersteller von präventiven Hautschutzprodukten, der mit Scheven zusammenarbeitet.
Wie grundsätzlich bei allen Gefährdungen am Arbeitsplatz, gilt auch beim UV-Schutz das »TOP«-Prinzip: Es müssen also zunächst technische und organisatorische Maßnahmen ergriffen werden. Dazu gehört beispielsweise, dass man Sonnensegel aufbaut oder die Arbeitsabläufe so legt, dass die Mitarbeiter zu Zeiten mit starker Sonneneinstrahlung nicht im Freien tätig sind. Diese Maßnahmen lassen sich im Arbeitsalltag aber natürlich kaum umsetzen. Daher müssen letztendlich persönliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden. »Wir setzen beispielsweise Helme und Kleidung ein, damit der Körper so bedeckt ist wie möglich«, erklärt Scheven-Sicherheitsfachkraft Andreas Käfer. »Aber selbst diese Schutzmittel können nicht alle gefährdeten Stellen wie Nase, Ohren, Unterlippe, Nacken und Hände lückenlos abdecken.« Diese sogenannten Sonnenterrassen müssen deswegen in jedem Fall mit Sonnenschutzmitteln geschützt werden.

Sonnenschutzmittel ist nicht gleich Sonnenschutzmittel

»Wer beruflich dauerhaft der UV-Strahlung ausgesetzt ist, benötigt professionelle Mittel für den beruflichen und dauerhaften Gebrauch – und keine Sonnenschutzmittel aus dem Consumer-Bereich«, sagt Hautschutz-Berater Walter Hümpfner von PGP. Hinzu kommt, dass nur Profianbieter neben den Produkten auch Service und Beratung bieten. Das ist wichtig, denn der Hautschutz ist ein erklärungsbedürftiges Thema. Daher mussten auch die Scheven-Mitarbeiter aufgeklärt und für den UV-Schutz sensibilisiert werden. Das passierte beispielsweise durch Plakate, auf denen das Thema spielerisch vermittelt wurde. Zudem gab es eine Schulung für die Mitarbeiter. »Für uns ist es ein großer Vorteil, mit PGP einen verlässlichen Partner zu haben, der viel Erfahrung hat und uns gezielt beraten und die Möglichkeiten vorstellen kann«, sagt Sicherheitsfachkraft Käfer. Auf Produktebene entschied man sich bei Scheven nach einer Testphase schließlich für die Sonnenschutzcreme ›Physio UV 30 Sun‹. Die Creme ist parfümfrei und damit sehr hautverträglich.«
Zur Beratung gehört auch, dass der UV-Schutz nicht isoliert betrachtet wird, sondern mit anderen Maßnahmen zum Hautschutz, zur Hautreinigung und zur Hautpflege Teil eines Hautschutzsystems ist. »Wir haben unseren Hautschutz vereinheitlicht und systematisiert. Unser neuer Hautschutzplan ist sehr übersichtlich und verständlich, das macht es für die Mitarbeiter viel einfacher.«