bauSICHERHEIT

Ausgabe April 2018

 

Prävention braucht Kommunikation

Wenn es darum geht, die Unfallzahlen im Bau-Umfeld zu senken, müssen alle an einem Strang ziehen. Das hat die BG Bau erkannt und ein Präventions­programm ins Leben gerufen, das alle Beteiligten einbindet. Unter anderem können (und sollen!) Betriebe durch Unterzeichnen der »Charta für Sicherheit auf dem Bau« ein klares Bekenntnis zu Unfallverhütung und Vermeidung von Unfallrisiken ablegen. Zur Einhaltung von Mindeststandards verpflichten sich dabei Unternehmer und Mitarbeiter gleichermaßen.

Ein zentraler Pfeiler ist das Recht eines jeden, bei schweren Sicherheitsmängeln jederzeit »STOPP« zu sagen. Dazu gibt es lebenswichtige Regeln, die um gewerkespezifische Regeln ergänzt werden. Ein weiterer Baustein ist eine »Betriebliche Erklärung«, die Unternehmen und Beschäftigte miteinander abschließen. Das Programm, erstmals vorgestellt auf der »BAU 2017« in München, kommt mehr und mehr in Fahrt: So hat auf der diesjährigen »Dach+Holz« die Holzbau Deutschland, also der Bund deutscher Zimmermeister im Zentralverband des deutschen Baugewerbes, stellvertretend für alle Mitgliedsunternehmen die Charta unterzeichnet (siehe auch Seite 8).
Gemeinsam haben BG Bau und Holzbau Deutschland auf der Messe unter dem Motto »Absichern statt Abstürzen« außerdem gezeigt, welche Möglichkeiten es gibt, um zum Beispiel für Dachdecker und Zimmerer das Arbeiten in großer Höhe sicherer zu machen. Ausgedacht hat sich die »Fünf Schwerpunkte«, die wir in dieser Ausgabe vorstellen (Seite 58), ein Zusammenschluss aus Bau-Profis und Sicherheitsexperten.
Indem sich Theoretiker und Praktiker zusammen an einen solchen »Runden Tisch« setzen, um voneinander zu lernen und miteinander für ein gemeinsames Ziel einzutreten, ist eine wichtige Lücke geschlossen: Oft wurde auf der Baustelle gehöhnt und gespottet, wenn sich die neuesten Vorschriften und Erlasse darüber, wie welche Tätigkeit zu sichern sei, als wirklichkeitsfremd und praxisfern erwiesen haben. Ein Vorwurf, der nicht immer von der Hand zu weisen war – aber oft genug eben auch nur ein Vorwand, um durch Verzicht auf etwaige Sicherheitsvorkehrungen vermeintlich Geld oder Zeit zu sparen. Inzwischen dürfte klar sein, dass jeder Unfall, jede Fehlzeit und das individuelle Leid weit schwerer wiegt als der zu erwartende finanzielle Aufwand (zumal entsprechende Anschaffungen von der BG Bau bezuschusst werden). Und: Wer in funktionierende und angemessene PSA investiert und seine Mitarbeiter entsprechend schult, spart nicht nur Geld, sondern vor allem Nerven.
Und obwohl aus Ideen wirtschaftliche und effiziente Lösungen werden – eine Lücke bleibt, wie die BG Bau sogar in einer Sicherheitsbroschüre selber schreibt: Auf dem Markt seien viele neue Systeme und innovative ­Verfahren verfügbar, die im Arbeitsalltag jedoch noch nicht präsent seien.
Diese Lücke zu schließen, liebe Leser, sieht die bauSICHERHEIT als eine ihrer zentralen Aufgaben. Erfahren Sie also in dieser Ausgabe wieder einiges darüber, wie das Arbeiten auf der Baustelle sicherer wird: In der Höhe durch den ersten Anhängerkran mit Per­sonen­sicherungsmodus, den wir in der Titel­geschichte vorstellen (Seite 6). Und im Top-Thema »Sicherheit auf dem Weg«, unter anderem mit unserer Blickpunkt-Story zum Thema Ladungssicherung (Seite 14).
Eine aufschlussreiche und informative Lektüre wünscht

Jan Rieken
Chefredakteur