bauSICHERHEIT

Ausgabe Februar 2018

 

Erfolgreicher Arbeitsschutz fängt im Kopf an

Was braucht es, um nach einem Arbeitstag voller Gefahren wieder sicher und vor allem gesund nach Hause zu kommen? Vor allem eines: Persönliche Schutzausrüstung! Ohne geeignete PSA wie Sicherheitsschuhe, die passende Kleidung am Körper oder den nötigen Schutz für Kopf, Hände und alle Sinnesorgane wird jeder Job auf dem Bau zum unwägbaren Risiko. Was es Neues gibt an sicheren und praktischen Ausrüstungsgegenständen, ist Top-Thema dieser Ausgabe. Doch es braucht weit mehr: Um einen ­stressigen Arbeitstag unfallfrei zu überstehen, sind nicht nur Lösungen auf dem Kopf, sondern auch ein Umdenken im Kopf gefragt.

Viele Ausrüstungsgegenstände erfüllen neben dem wichtigsten, dem Sicherheitsaspekt, längst auch Anwender-Wünsche nach Tragekomfort und cooler Optik. Immer mehr Hersteller bieten hier Lösungen, die das Beste aus verschiedenen Welten vereinen. Doch aller Pionier- und Erfindergeist kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch ein Hersteller bzw. sein Produkt nur so gut sein kann wie der Anwender, der schließlich alles richtig gemacht haben muss, damit eine PSA ihre gesamte Schutzwirkung entfalten kann.
Das fängt bei der richtigen Beurteilung möglicher Gefahren an, denn schon hier ist das Auge des Profis gefragt. Die Höhenkletterer, die sich in Essen zum FISAT-Technikseminar getroffen haben, können davon ein Lied singen: Was ihnen als potenzielle, aber durchaus reale Bedrohung ihrer Gesundheit erscheint, wird vom Auftraggeber nicht selten verharmlost – und dabei müssen die Höhenarbeiter jede Situation von A bis Z und jedes Mal neu beurteilen.
Die meisten auf dem Bau haben es da einfacher, wenn es um die Beurteilung von Gefahren geht, weil sie es doch fast täglich mit ähnlichen Gegebenheiten zu tun haben: Sie steigen auf ein Gerüst, bewegen sich unter schwebenden Lasten oder auf einem Untergrund, der nach entsprechendem Sicherheits-Schuhwerk verlangt. Doch in eben dieser täglich gleichen und vermeintlich vorhersehbaren Gefahr lauern Routine und Unaufmerksamkeit.
Denn: Der weitaus größte Teil des menschlichen Handelns (oder Unterlassens) erfolgt unbewusst – auch bei den Vorkehrungen gegen Arbeitsunfälle. Ein Schlüssel zum Selbstschutz muss also sein, Vorkehrungen wie das tägliche Eincremen mit Sonnenschutz oder das korrekte Tragen eines Helms so zur Routine werden zu lassen, dass jeder – wenn auch unbewusst – das Richtige tut. Nur so lässt sich auf kurz oder lang der größte Risikofaktor in den Griff bekommen: Das Nicht-Verwenden von Schutzausrüstung oder der nicht sachgemäße Umgang damit.
Was es dazu im Laufe des Jahres Neues gibt, zum Beispiel auf den Messen wie der Arbeitssicherheit Schweiz (Bern, 19. bis 21. Juni) oder der Arbeitsschutz Aktuell (Stuttgart, 23. bis 25. Oktober) wird die bauSICHERHEIT ebenso berichten wie über die Ideen und Best-Practice-Beispiele von Verbänden und Genossenschaften.
In diesem Sinne: bleiben Sie mit SICHERHEIT gut informiert!

Jan Rieken
Chefredakteur