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Bornack | 14. April 2018

Airbag schützt, wo Anseil­sicherungen nicht greifen

Bei Stürzen aus geringer Höhe stößt der herkömmliche Anseilschutz an seine Grenzen. Eine Produktinnovation aus dem Hause Bornack kann einen Sturz zwar nicht abfangen, aber seine Folgen mindern: Der »Fallbag« macht sich die Technologie eines Airbags zunutze (die bauSICHERHEIT berichtete bereits kurz in Heft 12/17, Seite 51). Eine in einer Weste integrierte Luftkammer bläst sich im Fall eines Sturzes blitzschnell auf und schützt so effektiv vor Verletzungen.

Das Luftkissen dehnt sich nach oben und unten aus, sodass neben dem Brustkorb und dem Rücken mitsamt Wirbelsäule auch der Hinterkopf und der Steiß geschützt sind. Die Persönliche Schutzausrüstung macht sich die Airbag-Technologie zunutze: Registrieren die in der Weste eingearbeiteten Sensoren einen Sturz, bläst sich ein Luftkissen ­blitzschnell auf. ©Bornack

Ob der Elektroinstallateur, der auf der nicht standsicher aufgestellten Leiter einen Rauchmelder montiert, oder der Spediteur, der Kunden mit Paletten über die klappbaren Lkw-Bordwände beliefert: Sie alle arbeiten ohne Schutzausrüstung. Der Einsatz einer Seilsicherung ist hier nicht möglich, da keine sicheren Anschlagpunkte und nicht ausreichend Freiraum unter der Arbeitsstelle verfügbar sind. Dabei verursachen selbst Stürze aus einer Höhe von weniger als 3 m schwere Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule und des Kopfes.
Der »Fallbag«, eine Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) von Bornack, deckt ebensolche alltäglichen Situationen im Arbeitsleben ab, in denen oft aufgrund der kurzen Dauer der Tätigkeit oder fehlenden Risikobewusstseins keine Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.

Schutzweste mit ­integriertem Luftkissen
Der Protektor mindert Sturzfolgen aus Höhen von 50 cm bis 3 m mittels eines sensorgesteuerten Luftkissens. »Bei der Produktentwicklung stand die Airbag-Technologie, wie man sie aus dem Auto kennt, Pate«, so Geschäftsführer Klaus Bornack. Obgleich es bereits vergleichbare Produkte in der Schutzausrüstung für Motorradfahrer oder Reiter gebe, seien diese jedoch auf eine Reißleine zur Auslösung angewiesen. Die Bornack-Erfindung ­benötige diese nicht und somit auch keinen Befestigungspunkt.

Der »Fallbag« aus dem
Hause Bornack beugt bei Stürzen aus geringer Höhe Verletzungen vor. ©Bornack

Drei Komponenten
Der »Fallbag« setzt sich im Wesentlichen aus drei Komponenten zusammen, die in einer Weste eingearbeitet sind: Das Luftkissen ist aus einem reißfesten Material gearbeitet, das in einer speziellen, nahtlosen Webtechnologie gefertigt wird. Somit können auch Stürze auf scharfe Kanten, wie beispielsweise Treppenstufen, das Kissen nicht beschädigen. In einer Tasche der Weste befindet sich die Befülleinheit, bestehend aus einer Druckflasche und einer pyrotechnischen Auslösung. Sie ist mit der dritten Komponente, der elektronischen Sensoreinheit, verbunden.
Die intelligente Technologie erkennt eine Sturzsituation anhand von Parametern wie Bewegung, Beschleunigung und Lage der Person. Kommt es zu einem Fall, löst die Druckflasche aus und bläst die PSA innerhalb von Millisekunden auf. Dabei schützt der »Fallbag« nicht nur den Brustkorb und den Rücken mitsamt Wirbelsäule: Die Luftkammer dehnt sich beim Befüllen nach oben und unten aus, sodass auch der Hinterkopf- und der Steiß­bereich abgedeckt sind.
Die PSAgA, die optisch einer Warnweste gleicht, wird vorne mit zwei Klick-Verschlüssen angelegt und wiegt knapp 2 kg. Sie bietet hohen Tragekomfort und beeinträchtigt nicht das Ausüben der Arbeit. Um bei jeder Körpergröße einen optimalen Verletzungsschutz zu gewährleisten, werden unterschiedliche Größen angeboten. x